Das Logo des Leipziger Klavierquartetts
 

Quartett

Stefan Burkhardt

René Bogner

Matthias Weise

Henriette L. Neubert

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Pressestimmen




Montag
03.09.2012
blog.codaex.de: Dr. Burkhard Schäfer
CD Drei Klavierquartette

[...] Das Spiel der Leipziger ist alles andere als hemdsärmelig oder musikantisch-zupackend, sondern besticht durch Ausgewogenheit, atmenden Gleichklang, Symmetrie, Wärme und absolute Tonschönheit – und das bis fast an die Schmerz- bzw. Kitschgrenze, aber eben nur fast. Nein, auch wenn das Ensemble sich quasi bis in die Spitzen dem romantischen Wohlklang verpflichtet hat, wird es nie weichgespült, dafür sind die Interpretationen viel zu wach und artikuliert, man spürt in jeder Wendung, dass die Musiker ganz bei der Sache sind und sich rückhaltlos mit „ihren“ Werken identifizieren. Ja, hier ist spürbar Herzblut und Liebe im Spiel, und wenn sich diese Eigenschaften dann auch noch – wie im vorliegenden Fall – mit musikalischem Können paart, kann das Ergebnis nur gut bis sehr gut ausfallen, auch wenn es im Ganzen vielleicht ein ganz klein wenig „wohnzimmertauglich“ ist.[...]

Das Leipziger Klavierquartett überzeugt durch seine hochkultivierte Spielweise und sein in jedem Ton spürbare Leidenschaft für die Kammermusik. Vielleicht ist Ihnen diese Aufnahme auch deshalb so gut geraten, weil sie hier eine Art Heimspiel hinlegen, denn: »Mit den Namen der drei Komponisten verbindet sich ein gutes Stück Leipziger Musikgeschichte.«

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Montag
02.04.2012
Hallands Nyheter: Sven Andersson
Musik von Schubert und Vaughan Williams

Aus dem Schwedischen übersetzt

[...] Das Forellenquintett wird nicht selten mit klassischer Strenge gespielt, die für die Musik kaum günstig ist. Bei der Aufführung in Varberg erquickten uns stattdessen die ausgezeichneten deutschen Gäste mit echter, lebendiger Freude an der Musik.

Schon der einleitende Satz wurde von einer freien und stark akzentuierten Spielweise geprägt. Sie gab allen fünf Instrumenten eine dynamische Spannweite. Zweifellos öffnete sich für unsere Ohren ein spannendes musikalisches Schauspiel, bei dem sich Augenblicke des Innigen mit solchen von hoch extrovertiertem Musizieren ablösten. Besonders war das im Variationssatz mit all seinen Möglichkeiten zu merken.[...]



Dienstag
11.01.2011
Leipziger Volkszeitung: Tatjana Böhme-Mehner
Genialisch und anders: Mahler und Furtwängler

Bemerkenswert. Ein Monolith steht am Sonntag mitten im Mendelssohnsaal. Er begeistert ebenso, wie er anstrengt. Musiker wie Publikum. Was Wilhelm Furtwängler in seinem C-Dur-Klavierquintett von den Interpreten verlangt, ist wirklich verblüffend. Ebenso wie die Eigenwilligkeit dieses Werkes. Der bevorstehende 125. Geburtstag des vornehmlich als Dirigent zu Ruhm gelangten Komponisten ist Anlass dieser Aufführung. Das Leipziger Klavierquartett (Stefan Burkhardt, René Bogner, Matthias Weise und Henriette-Luise Neubert) hat sich dafür mit der Geigerin Agnes Reuter zusammengetan.

Mit langem Atem und Gespür für einen gewaltigen dramaturgischen Bogen, für Struktur und Großform nähern sich die fünf Musiker dem Koloss, reizen die Extreme aus, glätten nicht, sondern gestalten Feinheiten. Das ist virtuos, ohne dass die Virtuosität vordergründig würde. Anders möchte man dieses Werk auch keinesfalls hören, aber so ist es eine Entdeckung.

An diesem Sonntagabend spielen die Musiker des Leipziger Klavierquartetts außerdem zwei weitere Ausnahmewerke, wenn die Stücke diesen Status auch auf ganz anderem Wege erwerben: Gustav Mahlers fragmentarisches Klavierquartett a-moll mag für den gemeinen Mahler-Fan ungewohnt sein. Zum Start des Mahler-Jahrs ist das mutmaßliche Frühwerk jedoch mehr als eine schöne Farbe. Alfred Schnittkes Quartett nimmt unmittelbar Bezug auf das Mahler-Fragment. Und einem verständigen und disziplinierten Publikum sei Dank, können die vier Musiker diesen Bezug auch kongenial deutlich machen - keine Unterbrechung durch unpassenden Applaus.

Mahlers Quartett zeigt einen anderen Komponisten - weit entfernt von jener Opulenz, mit der man ihn gern in Verbindung bringt. Manche handwerkliche Sonderbarkeit der Vorlage erscheint bei Schnittke ausgeglichen. In Schnittkes Auseinandersetzung wird die Fragilität des Fragments genialisch herausgearbeitet und thematisiert, und das Leipziger Klavierquartett begegnet dem mit der notwendigen Sensibilität. Ein ungewöhnlicher, ein großartiger Abend.